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Reiseziele

Nord-Luzon

Reisterrassen

Geschichte

Die Reisterrassen um Banaue gehören zur Bergprovinz Ifugao und sind ein Teil der Zentral-Kordilleren, circa 300 Kilometer nördlich von Manila. Sie bedecken ein Gebiet von sage und schreibe 250 Quadratkilometern. Würde man die Terrassen aneinander reihen, hätten sie eine Länge von mehr als 20.000 Kilometern – sie könnten die halbe Erdkugel umspannen!

Die ältesten Reisterrassen in Nord-Luzon werden auf ein Alter von 3.000 Jahre geschätzt. Bergbauern vom Stamm der Ifugao, den „Menschen der Himmelswelt“, begannen zu dieser Zeit mit einfachsten Werkzeugen Terrassen in die zum Teil sehr steilen Berghänge zu bauen und diese später mit Stützmauern und Dämmen zu stabilisieren. Über die folgenden Jahrhunderte wurden so ganze Gebirgsstöcke in Reisterrassen verwandelt, die die kühnen Ifugao stolz „Stufen zum Himmel“ nennen.

Als die ersten Spanier das wundersame Gebiet im 16. Jahrhundert erstmals erblickten, trauten sie den dort ansässigen, schlichten Bauern eine solche meisterliche Anbaukultur nicht zu. Sie vermuteten, dass ein verschwundenes Volk, mit einer sehr viel höher entwickelten Kultur, diese unglaubliche Umgestaltung der Erdoberfläche vollbracht haben muss. Erst viel später freundeten sich Wissenschaftler mit dem Gedanken an, das es die einfach lebenden Himmelswelt-Menschen sind, denen man für diese bedeutende kulturelle Leistung Bewunderung aussprechen muss.

Reis und Fisch

Doch warum war diese enorme Landschaftsumgestaltung überhaupt notwendig? Der Grund dafür liegt in den erforderlichen Wachstumsbedingungen von Nassreis. Dieser kann nur auf ebenen, mit Wasser überschwemmten Feldern gedeihen. Die Bewässerung der Felder funktioniert noch genauso wie vor 3000 Jahren. Quellwasser wird durch ein ausgeklügeltes System von Bambusrohren, Kanälen und kleinen Gräben von den obersten Feldstufen bis hinunter auf die tiefer gelegenen Terrassen geleitet. Und da das Klima für den Reisanbau im Nord-Luzon perfekt ist, hatte man sich eben dazu entschlossen, statt wie üblich die Pflanze nach dem Gelände auswählen, einfach das Gelände der Pflanze anzupassen. Eine wahrhaft kühne Entscheidung, die den Reisbauern noch eine weitere Nahrungsquelle bescherte: Auf den überschwemmten Terrassen lassen sich problemlos Fische züchten! Eine Kombination, die auch später auf dem Teller fabelhaft zusammenpasst.

Die Menschen

Das Volk der Ifugao gehört zusammen mit den Bontoc, Kalinga und den Apayao zum Stamm der Igorot, die vor über 3000 Jahren auf die Philippinen kamen. Ihre auch heute noch sehr bescheidene Lebensweise scheint in einem extremen Gegensatz zu den gewaltigen Reisterrassen zu stehen. Sie wohnen zumeist in einfachen Hütten mit Grasdächern, die auf Holzstelzen stehen und tragen eine traditionelle Kleidung, die je nach Anlass bunt verziert und mit Statussymbolen versehen ist. Die Ifugao haben sich viele ihrer alten Bräuche und Riten bewahren können und pflegen uralte Zeremonien. Fast 170.000 Menschen leben in den Dörfern der Terrassenlandschaft.

Fünf Terrassenwunder

Um Banaue liegen die fünf berühmtesten Reisterrassen der Philippinen. Ihre Einbettung in unterschiedliche Landschaften, verleiht jeder von ihnen einen eigenen Charakter. Alle fünf sind sehenswert und können auf Wanderungen, am besten mit einem lokalen Führer, erkundet werden.

Banaue

Die geschäftige Kleinstadt Banaue liegt auf einer Höhe von etwa 1200 Metern. Neben Wohnhäusern, einigen freundlichen Unterkünften und Restaurants, stehen ein empfehlenswertes Museum sowie zahlreiche Souvenirläden um den zentralen Marktplatz. Traditionelle Stoffe, Schmuck und andere handwerkliche Erzeugnisse können hier erstanden werden. Die Reisterrassen um den Ort zählen zu den spektakulärsten der Welt. Vom vier Kilometer entfernten Banaue View Point aus, lässt sich das herrliche Panorama am besten in Augenschein nehmen.

Batad

In der Form eines Amphitheaters reichen die Reisterrassen von Batad hunderte von Metern die Berge hinauf. Der kleine Ort liegt mittendrin und ist einer der schönsten und ursprünglichsten der Zentral-Kordilleren. Batad erreicht man von Banaue aus über eine zwölf Kilometer lange Fahrtstrecke mit dem Bus oder Jeepney. Nach der Abzweigung Richtung Batad folgt ein zweistündiger Fußmarsch über Bergpfade und einen Pass. Bunte Vögel, Helikonien und viele andere tropische Pflanzen, wie Kaffee und Kakao, säumen den Weg, bis man die hübschen Hütten von Batad erblickt. Vom Ort aus lohnt zudem ein Abstecher zum fast dreißig Meter hohen Tappiya Wasserfall. In dem kleinen türkisfarbenen See kann man baden – ein wohlverdientes Vergnügen nach dem einstündigen Marsch dorthin.

Bangaan

Fährt man nach der Abzweigung nach Batad noch zwei Kilometer weiter, erreicht man das Dorf Bangaan. Auch dieser malerische Ort, in dem die Zeit stehen geblieben scheint, ist von zahllosen Reisterrassen umgeben.

Mayoyao

Mayoyao liegt ungefähr 30 Kilometer östlich von Bangaan. Die Reisterrassen sind hier von Steinwällen begrenzt. Wenn man sich vorstellt, wie Reisbauern die schweren Steine vom Fluss in die höchsten Regionen der Berghänge getragen haben, hat man noch eine bessere Vorstellung davon, wie aufwendig und strapaziös die Schaffung der Reisterrassen war.

Hapao

Auf dem Weg von Banaue zum Banaue View Point erreicht man nach einer Abzweigung Hapao. Das wildromantische Tal eignet sich hervorragend für ausgedehnte Wanderungen. Die grandiosen Reisterrassen ringsum bilden dabei ein hinreißendes Panorama. Auch sie sind mit uralten Steinwällen begrenzt.

Städte

Bontoc

Bontoc, die Hauptstadt der Mountain Province, liegt auf einer Höhe von 900 Metern im Herzen der Zentral-Kordilleren. Schon die Fahrt von Banaue nach Bontoc ist ein Erlebnis: Romantische Täler und herrliche Bergmassive, die von Pinienwäldern und moosbehangenen Nebelwäldern bedeckt werden, bestimmen das Landschaftsbild. Kurz vor Bontoc verwandelt sich die Szenerie in eine zauberhafte Kulturlandschaft. An den Berghängen um die Stadt werden liebevoll angelegte Reisterrassen und Gemüsefelder gepflegt und östlich von Bontoc schlängelt sich der Chico River durch das Tal. Einen ausgedehnten Spaziergang vom Ort entfernt, liegen die Reisterrassen von Malegcong, deren wunderschöne Lage und meisterhafte Gestaltung den Reisterrassen von Banaue in nichts nachstehen. Auf dem Weg von Bontoc nach Baguio erhebt sich der 2310 Meter hohe Mount Data, an dessen Fuße sich das Mount Data Hotel befindet, eine sehr angenehme und beliebte Unterkunft.

Baguio City

Baguio ist die Sommerhauptstadt der Philippinen. Der Grund für diese Auszeichnung ist ihr angenehmes Klima in den Sommermonaten. Viele Bewohner aus dem 250 Kilometer entfernten Manila zieht es in dieser Zeit wegen der Hitze an der Küste, in die angenehmer temperierte Gebirgsstadt im Herzen der Provinz Benguet. Zudem ist sie mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten ausgestattet. Da wären zum Beispiel der Botanische Garten und der Burnham Park, eine hübsche Grünanlage mit See, Bootsverleih und Orchidarium. Oder der Club John Hay. Das ehemalige US-Militärgelände beherbergt heute Sportanlagen wie Swimmingpools, Golfplatz und Tennisplätze, sowie zwei Restaurants. Einen Einblick in das Leben der Volksstämme der Zentral-Kordilleren gibt das Baguio-Benguet Mountain Province Museum. Gemütlich schlendern und einkaufen kann man auf dem City Market, auf dem vor allem regionale Produkte aus der Provinz angeboten werden.

Weltkulturerbe Vigan

Die über dreihundert Jahre währende Herrschaft der Spanier auf den Philippinen, hat Vigans Stadtbild nachhaltig geprägt. 1999 erklärte die UNESCO Vigan zum Weltkulturerbe, weil sich hier auf einzigartige Weise altes asiatisches Gebäudedesign und die europäische Kolonialarchitektur miteinander verbunden haben. Neben prachtvollen Häusern machen traditionelle Handwerksbetriebe in der Altstadt, Museen, Märkte und geschichtsträchtige Kirchen, wie die 1641 erbaute Cathedral of Saint Paul, einen Besuch in der Westküstenstadt zu einem eindrücklichen Erlebnis.

Naturerlebnisse

Die Höhlen von Sagada

Sagada befindet sich auf einer Höhe von 1500 Metern und gehört zur Mountain Province. Berühmt wurde der Ort durch die traditionellen Beisetzungsstätten der Igorot, die sich in der Umgebung befinden. Die vielschichtigen Totenrituale der Ureinwohner werden heute nur noch selten praktiziert. Überbleibsel der Riten lassen sich rund um den Ort betrachten. Särge aus Pinienholz, dessen Platz sich der Verstorbene zu Lebzeiten noch selbst ausgesucht hat, hängen an Felswänden und in Begräbnishöhlen. Sehr sehenswert sind beispielsweise die Kalksteinhöhlen Sugong und Lumiang. Neben Kulturinteressierten kommen auch Naturfreunde auf ihre Kosten. Schöne Tropfsteinformationen aber keine Särge enthält beispielsweise die Sumaging Höhle, die jedoch nur mit einem kundigen Führer betreten werden sollte.

   
   

Vulkan Pinatubo

Auf dem Weg von Manila in die Zentral-Kordilleren lohnt ein Abstecher zum Mount Pinatubo, einem 1486 Meter hohen, aktiven Vulkan, 90 Kilometer nördlich der Hauptstadt. 1991 explodierte er so heftig, dass seine ganze Kuppe weggesprengt wurde. Im Krater befindet sich seitdem ein mit Säure und Regenwasser gefüllter See. Wanderungen zu heißen Quellen an der Vulkanflanke, durch Schluchten, Laharlandschaften und zum Kraterrand können organisiert werden. Auch Flüge um den Vulkan, die eine einmalige Sicht auf das ganze Areal gewähren, sind möglich.

Urlaubstipps

Reiskalender

Wer seine Reisezeit auch nach den Etappen des Reisanbaus ausrichten möchte, für den ist der Reiskalender interessant: Mitte Dezember beginnt die Aussaat der Reissamen, oft auf speziellen Saatbeeten. Die jungen Pflanzen werden vier bis acht Wochen später auf die mit Hilfe von Kühen oder Wasserbüffeln umgepflügten Felder gesetzt. Bis zur Ernte braucht der Reis viel Pflege. Viele Male wird Unkraut gerupft und Schädlinge bekämpft. Geerntet wird der Reis im Juli, etwa fünf Monate nach der Aussaat. Bis zum Dezember, wenn der Anbau von neuem beginnt, werden die Terrassen vorbereitet und wenn nötig Arbeiten an den Wasserkanälen und Stützmauern ausgeführt.

Kleidung

Packen Sie sich auf jeden Fall warme Kleidung ein, denn in den Bergen kann es vor allem nachts richtig kalt werden. Im Dezember und Januar sinken die Temperaturen in den höheren Lagen bis fast an den Gefrierpunkt. Auch wasserfeste Wanderschuhe und eine Regenjacke gehören ins Gepäck. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sonnencreme überflüssig wäre. Die Sonne scheint in den Bergen ja bekanntlich besonders intensiv.

Fotografieren

Die atemberaubende Terrassenlandschaft und das beeindruckende Bergpanorama der Zentral-Kordilleren bieten einzigartige Motive für Fotografen. Denken Sie also an genügend Platz auf ihren Speicherkarten, denn schon allein die sagenhafte Vielfalt an Erscheinungsformen der „Stufen zum Himmel“, wird Ihre Kamera mit Traumbildern überfluten.