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Das neue Land des Lächelns - zurück auf die Philippinen

Recht schnell dachte ich damals: Die Philippinen sind das neue Land des Lächelns. Einige asiatische Länder hatte ich vorher besucht, in keinem war das Lächeln der Einheimischen so natürlich wie in den Philippinen.

2014 war mein erster Besuch auf den Philippinen. Auf der großen Hauptinsel Luzon erkundete ich die Reisterrassen von Banaue, sah die hängenden Särge von Segada, besuchte das UNESCO geschützte Vigan und den Vulkan Pinatubo. Überall wurde ich mit offenen Armen empfangen und dachte das es nicht schöner werden kann. Bis ich nach Bohol kam und auf Marlyn traf. Damals war sie Vollzeit-Reiseleiterin und ich war ihr Kunde. In Windeseile haben wir uns angefreundet und schnell wurden aus den Gesprächen über die Sightseeing-Highlights der Insel persönliche. Wir blieben in Kontakt. 

Jetzt bin ich wieder hier auf Bohol. Ich habe ein Kamerateam gebucht das mein Wiedersehen mit Marlyn filmen soll. Wir sitzen im Auto und es sind nur noch wenige Minuten bis ich Marlyn treffe – und ich bin mächtig aufgeregt und voller Vorfreude. Unser Wagen biegt ab und da steht sie. Mein Herz schlägt höher. Es ist wundervoll in eines meiner Lieblingsländer dieser Welt zurückzukehren, aber noch schöner ist es dort Freunde wiederzusehen. Entsprechend emotional fällt unser Wiedersehen aus. Als wolle der Himmel diese Dramatik unterstützen fängt es wie aus Kübeln an zu schütten. Aber just als wir an unserem ersten Stopp sind, verziehen sich die Wolken.

Marlyn wurde als Filipina in Deutschlang geboren und wuchs in Lippstadt auf. Als sie 18 Jahre alt ist zieht ihre Familie zurück auf die Philippinen – und Marlyn geht mit. Noch heute spricht sie fließend Deutsch, Englisch und natürlich auch Tagalog. Mittlerweile ist sie Mutter von drei entzückenden Kindern und arbeitet nur noch ab und an als Reiseführerin.

Die Hinagdanan Höhle in Panglao ist unser erstes Ziel heute. Bei meinem letzten Besuch war dies so ziemlich die einzige Sehenswürdigkeit, die wir ausgelassen haben. In der tiefen Höhle sieht das kalte Wasser bei der Hitze verlockend aus, einige Gäste baden hier. Aber da wir die Kameraleute dabei haben, verkneifen wir uns die Erfrischung. Uns kühlt nur wenige Minuten später eine Spezialität der Philippinen runter: ein Halo-Halo-Eis. 

Vor zwei Jahren habe ich mit Marlyn das erste Mal ein Halo-Halo probiert und seitdem zählt es für mich zu den besten und schrillsten Desserts dieser Welt. Sie muss lachen als ich ihr das erzähle.  Die Kameramänner haben es unterdessen schwer, mit uns mitzuhalten oder unsere Gesichter ohne Grimassen zu filmen. Zu sehr sind wir in unseren Gesprächen vertieft.

Unser Tag endet dort, wo er fast genau auf den Tag vor zwei Jahren geendet ist: auf der Restaurant Terrasse des Bohol Sea Resort. Die Sonne senkt sich langsam, wir plaudern munter, essen hervorragend und alles ist perfekt. Und just als ich glaube, dass es langsam Zeit wird sich leider zu verabschieden, überrascht mich Marlyn. Sie würde mich morgen früh abholen und zur Fähre bringen. Zwölf Stunden später, ganz ohne unsere Kameracrew, stehen wir am Hafen. Für mich geht es weiter nach Malapascua. Und wie damals rollen die Tränen, als wir uns trennen. Bis Marlyn sagt „Wir sehen uns bestimmt bald wieder...“ und ihre Mundwinkel ziehen sich nach oben „... im neuen Land des Lächelns“.